Donnerstag, Februar 16, 2017

Sonntag 12.02. & Montag 13.02.



Sonntag - Weckaktion mitten in der Nacht
Das war eine seltsame Nacht. Um 3:40 Uhr kam jemand in mein Zimmer und sagte auf Englisch "da schläft jemand in unserem Zimmer". Die amerikanische Gruppe kam mitten in der Nacht an. Ich stand also auf und baute mein Moskitonetz um, da wir eine Frau zu wenig auf dem Schirm hatten, war ein Bett zu wenig vorbereitet. Ich zog in den Eingangsbereich, damit die Frauen in das zwei- und drei Bett Zimmer gehen konnten.

Am Morgen waren die anderen sehr müde und schliefen noch, als wir um 7 Uhr zum Gottesdienst gingen. Es war ein interessanter Gottesdienst obwohl wir nichts verstanden haben. Alles war in Kryol und wir hatten keinen Übersetzer dabei.


Die anderen waren von 17 bis 3 Uhr nachts unterwegs, weil der Schulbus mehrere Male stecken geblieben ist und sie ihre Fahrt deshalb immer wieder unterbrechen mussten um den Bus zu befreien. Dabei erhielten sie Hilfe von irgendwelchen Einheimischen, die sie nicht kannten, die ihr Werkzeug brachten, welches sogar kaputt ging, nur um ihnen zu helfen.

Als wir vom Gottesdienst kamen machten wir alle gemeinsam noch einmal eine kleine Andacht und lernten uns dann gegenseitig kennen. Nach dem Mittagessen machten wir eine Runde über das ganze Gelände des Waisenhauses und lernten einiges über die Geschichte. Viel Spaß hatten alle beim Fußball spielen und kennenlernen mit den Kindern.

Abends gab es noch grundsätzliche Dinge zu klären, wie die Regeln hier und wer welche Aufgaben verfolgen möchte und was in dieser Woche zu tun ist.


Montag - 16 arbeitende Workcamper
Früh am Morgen um 6:30 Uhr gab es Frühstück und unsere Andacht. Meine Aufgabe besteht zunehmend darin alles vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen, das ist nicht einfach, wenn man noch verschlafen ist und einige wichtige Wörter nicht übersetzen kann.
 

Dann ging es an die Arbeit.

Ein Team fing an das Gelände zu gestalten. Es wurden Wege mit Steinen angelegt und zementiert. Außerdem bauten sie Abgrenzungen um die Bäume im gleichen Stil wie die Wege.


Die Frauen strichen das Wohnhaus der Kinder und die Türen und Fenster. Es war für sie eine Herausforderung sie davon abzuhalten die frisch gestrichenen Türen anzufassen.

 
 


Harry und Niko fingen an die Waisenhaus-Küche für das Fliesen vorzubereiten. Sie mussten viel schleifen, da der Untergrund sehr uneben war. Sie schnitten einige Fliesen, aber da sie noch keinen Fliesenkleber hatten konnten sie nicht mit dem Fliesen beginnen. So betonierten sie die Stufen weiter, die bereits letzte Woche angefangen wurden.

 
 
Angel arbeitete mit einem Amerikaner und einem Haitianer zusammen um die PVC Rohre für die elektrischen Leitungen zu verlegen. Sie mussten schwer arbeiten um einen Graben dafür zu buddeln und im Anschluss fingen sie an in der Waisenhausküche Licht zu installieren.

 
Eine der Amerikanerinnen kocht gemeinsam mit den Einheimischen das ganze Essen für die Gruppe, wofür wir sehr dankbar sind.
Jeff war den ganzen Tag damit beschäftigt alles am Laufen zu halten, Material zu organisieren.
Ich schloss mich der Gruppe an, die die Betten bauen sollte. Wir hatten Startschwierigkeiten, weil der Generator nicht lief und wir den Strom brauchten. Wir fanden nach und nach heraus wie die Betten am besten gebaut werden können. Zwischendurch bauten wir noch zwei Esstische für die Kinder.
Das war ein sehr ereignisreicher Tag. Am Abend saßen wir zusammen und haben uns über den Tag ausgetauscht.
 
 
 
 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi liebe Workcamper,
nach der schwierigen Anreise der Amerikaner, seid ihr nun mittendrin und ihr scheint sehr fleißig zu sein- toll!!!!Ich bewundere, wie ihr trotz aller Schwierigkeiten stets weiter macht!!!
Ich wünsche euch witerhin eine erfüllte Zeit mit vielen,guten Begegnungen und freue mich auf die ausführlicheren Berichte nach eurer Rückkehr.
Bleibt behütet, wir beten weiter für euch,
Claudia

Anonym hat gesagt…

„Wo viele Hände sind, ist die Last nicht schwer.“ so lautet ein bekanntes haitianisches Sprichwort. Schön das ihr diese Umsetzung auch hautnah erleben dürft.


Und sollte es noch Schwierigkeiten mit der Beschaffung des Klebers geben…

Für Harry und Niko vielleicht noch eine Notlösung für eine Kleberrezeptur aus Vietnam zum selber machen ? (für die Verlegung im Dünnbett mit Zahnspachtel)

Man nehme Feinsand und Zement in der Mischung 4:1 (eventuell noch etwas Kalk)

Vor dem Einlegen die Rückseite mit Zement bestreut um die Haftung zu erhöhen.

In der Karibik wurde damals dem Kalkmörtel ziemlich viel Molasse beigemischt um ihn schön klebrig und elastisch zu machen. Melasse ist ein Abfallprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr (ähnlich wie Rübensirup) - also Sirup in irgendeiner Form sollte es tun. Bei ganz schwierigen Bauten wie Brücken wurden dem Mörtel sogar Eier beigemischt…

Ich weiß dass unser Fachmann Niko ausreichend Humor besitzt und mir die Eier nicht auf den Kopf werfen kann… da zu weit weg 

Und da unsere Workcamp-Gruppen ständig mit fehlendem Material und Herausforderungen zu kämpfen haben - vielleicht mal auch eine etwas andere Sichtweise hierfür:

„Ich danke Gott, dass ich an Schwierigkeiten gewöhnt bin.“

Liebe Grüße,

Gott segne euch !

Andi