Freitag, Februar 10, 2017

Mittwoch 08.02. - Ankunft in Pignon

Gegen 11 Uhr kam der Pastor mit zwei Begleitern in einem Minivan an. Die Männer beluden das Auto während ich noch in der Klinik war und mir die Arbeit dort ansah.

Ich konnte in der Zeit miterleben, wie ein kleines Mädchen zum ersten Mal dank einer Gehhilfe laufen konnte. Sie war 9 Jahre alt, sah aber aus wie 4. Sie wurde ihr ganzes Leben lang nur getragen und hatte deshalb gar keine Muskeln in den Beinen. Um diese aufbauen zu können benötigte sie eine Gehilfe. So hat der Orthopäde David, den wir zuvor kennen lernen durften, eine Gehilfe auf ihre Größe angepasst und ihr dann gezeigt, wie sie damit laufen konnte. Unglaublich wie glücklich diese kleine dann war. Im Gespräch danach waren David und ich davon so bewegt, dass wir vor Freude am liebsten geweint hätten.

Nach einem kurzen Mittagessen ging es dann los auf die abenteuerliche Reise. Zunächst fuhren wir ca 2,5 Stunden auf engen Straßen durch die Berge. In den bergigen kurvigen Straßen wurde viel gehupt und der vollbeladene Wagen schien beinahe Gepäck zu verlieren. Es war aber alles gut festgezurrt und wir hatten so wunderschöne Landschaften vor uns, dass es gar nicht so schlimm war in einem voll beladenen Auto, mit kaum Platz zum Sitzen, zu fahren.

Nach den 2,5 Stunden folgte noch eine 20 bis 30km lange Strecke. Aber dafür benötigten wir ca 1,5 Stunden. Die Straße war ähnlich wie die schlimmsten Straßen, die wir bereits aus Uganda kennen. Es holperte und schepperte, es ging steile Berge bergab und bergauf, durch zwei Flüsse, die zum Teil schon bedenklich hoch mit Wasser gefüllt waren. Manchmal krachte es so laut, als würde bald etwas am Auto zerbrechen. Aber wir kamen gut und sicher an unserem Ziel an.

Da es langsam schon dunkel wurde begannen wir sofort mit dem Ausladen aller Koffer und Werkzeuge und suchten unsere Schlafräume. Wir mussten dann darauf warten, dass der Generator repariert wurde, da wir zum Aufhängen der Moskitonetze bohren mussten. Bis dahin aßen wir erst mal und teilten die Betten auf. Ohne Strom und fließendem Wasser ist es schon seltsam, wenn man aus unserer Welt kommt.

Aber irgendwann lief der Generator wieder und wir konnten uns gestärkt an die Arbeit machen. Nach einer ganzen Weile gab es dann auch fließendes Wasser und wir freuten uns alle über die richtigen Duschen, auch wenn das Wasser immer kalt ist und man gefühlt nicht richtig sauber wird.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi Ihr abenteurlustigen Workcamper!
Ich bin froh, dass es die Klinik in Saintard gibt, wo einigen Menschen mit bescheidenen Mittel doch so gut geholfen wird. Es gibt noch so viele andere Menschen, die auch Hilfe brauchen, aber für dieses Mädchen, dass jetzt selbstständig wird laufen können, hat sich eine ganz neue Lebensperspektive eröffnet - Dank Gottes Hilfe und dem Einsatz der Amerikaner.Super!ICh freue mich mit ihr und euch.
Prima, dass ihr wohlbehalten in Pignon angekommen seid und inzwischen habt ihr bestimmt schon einen Überblick, was euch in den nächsten Tagen erwartet. Wir sind in Gedanken bei euch und wünschen euch die nötige Kraft, gute Ideen, Geduld und Erfolg für all eure Pläne.
Claudia

Rolf Schild hat gesagt…

Hallo Ihr Lieben,

wir vom KHW sind in Gedanken auch bei euch und wünschen eich eine gute Zeit.

Euer KHW-Team