Freitag, Februar 17, 2017

Dienstag 14.02. - Badeparty!

Unfassbar wie viel an so einem Tag passieren kann.

In der Andacht am Montag abend ging es um den Rahmen in dem sich unser Bild von dieser Situation hier befindet. Wir hatten festgestellt, dass es nicht so einfach ist mit den Haitianern zusammen zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass wir sie nicht ändern können und nicht ändern sollen. Wir können nur den Rahmen ändern, den wir um das Bild haben. Wir sollten versuchen ihr Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ihre Kultur ist so anders als unsere und die Hintergründe warum sie was wie tun sind teilweise nicht so leicht nachzuvollziehen. Aber deshalb sind sie nicht schlechter, langsamer oder weniger intelligent als wir.

Diese Andacht gebrauchten wir dann am Dienstag um an unserer gemeinsamen Arbeitsweise zu arbeiten. Wir fingen an Beziehungen zu den Menschen aufzubauen. Wir lernten sie wertzuschätzen, ihre Namen, ihnen zu zeigen, dass wir uns freuen, dass sie uns helfen. Seitdem lief es so viel besser. Die Arbeiten gingen sehr gut voran.

Jeff hatte sich wieder früh morgens auf den Weg gemacht um Material zu kaufen. Da er nicht hier war, übernahm Dale stellvertretend das Kommando.

Wir hatten wieder das Team, das den Hof gestaltete. Es war am Ende schon gut zu erkennen, wie es final aussehen soll.
 
 

Da der Generator mal wieder nicht lief konnten die Holzarbeiten an den Betten erst später am Vormittag fortgesetzt werden. Auch die Fliesenarbeiten von Niko und Harry und die Elektroarbeiten von Angel und Ronny mussten etwas warten. Niko und Harry nutzten die Zeit und arbeiteten weiter an den Stufen, damit die Kinder gut in die Häuser rein und raus gehen können.



Aber als der Strom dann lief konnte vieles geschafft werden. Alle Holzteile für 5 Betten konnten geschnitten werden. Harry und Niko konnten mit dem Fliesen in der Küche anfangen. Und Angel konnte mit Ronny und einem Einheimischen Licht in der Küche installieren.


Außerdem wurden die Türen und Fenster weiter gestrichen und so langsam hatten fast alle Räume und Außenwände neue Farbe.

Nach dem Mittagessen brachte ich mit Adam die übrig gebliebenen Nudeln zu den Kindern. Beim letzten Mal als die Kinder unser Essen bekamen hatten sie keine Teller, deshalb brachten wir direkt Teller und Schüsseln mit. Wir baten einen älteren Jungen alle Kinder zusammen zu holen und sich im Speisesaal zu versammeln. Nach einigen Minuten schauten uns viele Kinderaugen erwartungsvoll an. Wir ließen sie sich in zwei Reihen aufstellen. Den Mädchen gaben wir zuerst etwas zu Essen. Am Ende saß jedes Kind am Tisch - was keine Selbstverständlichkeit ist, am Tag zu vor aßen alle auf ihren Zimmern - dann beteten wir gemeinsam und sie begannen zu essen. Jedes Kind bat noch um einen Nachschlag und wir verteilten gern alles was noch vorhanden war.

Die beiden Sozialarbeiterinnen Lyn und CJ befassten sich mit den Kindern. Sie lernten sie näher kennen und versuchten mehr zu erfahren. Aufgrund der Sprachbarriere war das nicht ganz so einfach, aber sie hatten am Ende einiges zu berichten.


Unter anderem hatten sie bemerkt, dass die Kinder alle sehr dreckig waren und jeden Tag die gleichen Klamotten tragen. Deshalb entschieden wir eine Badeparty zu veranstalten. Dazu bastelte ich vor dem Haus auf den Wäscheleinen eine Art Kabine. Die Jungs stellten zwei Wannen mit Wasser hinein und dann luden wir alle Kinder ein sich dort zu baden. Wir starteten mit den Mädchen, den kleinen zu erst und zeigten ihnen, wie man sich richtig wäscht. Nachdem sie gewaschen waren haben wir sie ins Haus gebracht, wo neue Kleidung bereit lag. Für sie war es quasi wie die erste Shoppingerfahrung. Sie konnten sich etwas neues zum Anziehen aussuchen und hatten so viel Spaß bei der ganzen Aktion, dass alle fröhlich gelaunt kicherten und die ganze Zeit ein lächeln im Gesicht hatten.

Keine Kommentare: