Sonntag, Februar 26, 2017

Sonntag 26.02. - Ankunft in Deutschland

Wir sind gut gelandet und ich sitze jetzt in der Bahn nach Hause. Bilder werden auf jeden Fall in den nächsten Tagen noch folgen, es lohnt sich also immer mal wieder in den Blog zu schauen und Ende Mai geht es ja hier auch schon weiter mit dem Uganda Workcamp.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Spender, Beter, Familien, Unterstützer und Follower.

Samsung 25.02. - auf nach Deutschland

Der letzte Tag des Haiti Workcamps war noch ein halber Urlaubstag mit Shopping, Strand, Sonnenbaden... dann ein letztes gemeinsames nationales Mittagessen und es hieß Koffer aus dem Hotel ins Taxi und zum Flughafen.

Dort erfuhren wir, dass unser Flug zwei Stunden Verspätung hatte. Die haben wir aber auch irgendwie rumbekommen und gegen 18:45 Uhr ging es dann rauf in die Lüfte.

Samstag, Februar 25, 2017

Freitag 24.02. - Strandurlaub

Nach einer ruhigen Nacht ohne Hundegebell hatten wir gut im Hotel geschlafen und waren gespannt auf den Strand.

Jeder machte an diesem Urlaubstag einfach nur das wozu er Lust hatte. Die Männer waren am Strand, Sonne tanken, baden, Volleyball spielen. Ich testete den Pool und lernte direkt eine deutsche Urlauberin in meinem Alter kennen.

Nach dem Mittag essen das Jeff und Niko lecker gekocht hatten waren wir alle auf eigene Faust am Strand. Ich war mit Eva unterwegs am Strand entlang. Es war schön einfach Gottes Schöpfung zu genießen und die Seele baumeln zu lassen.

Nach dem Abendessen saßen wir noch alle gemeinsam zusammen und lasen den Blog um noch etwas in Erinnerungen zu versinken. Da waren schon viele Lacher dabei.

Donnerstag 23.02. - Abschied von Haiti

Morgens um 4:45 Uhr hieß es aufstehen und Sachen packen. Dann gab es ein kleines Frühstück und den Abschied. Um 5:45 Uhr fuhren wir dann los zum Busbahnhof nach Port au Prince.

Dort angekommen hieß es wieder Bürokratie und dann ging es um 8:15 Uhr mit dem Bus Richtung Dom Rep. Es hat dieses mal an der Grenze ewig gedauert, wie ich es ja im Blog beschrieben hatte. Um 18 Uhr Dom Rep Zeit (eine Stunde eher als Haiti, also nach 9 Stunden) kamen wir dann in Santo Domingo an. Es war wieder mega kalt im Bus gewesen obwohl wir uns sehr warm angezogen hatten.

Wir wurden dann direkt von einem Fahrer mit echt luxuriösem Minivan abgeholt. Leider war Feierabendverkehr und viel Stau. Gegen 20:00 Uhr hielten wir dann zum Essen in einem italienischem Restaurant an. Das Essen war sehr lecker und wir fuhren dann noch weitere zwei Stunden zu unserem Hotel. 23:30 Uhr kamen wir dann endlich am Hotel an und mussten noch auf den Schlüssel warten.

Ein langer anstrengender Tag ging dann endlich zu Ende und wir waren froh endlich in Bavaro angekommen zu sein.

Donnerstag, Februar 23, 2017

Donnerstag 23.02. - Unsere Koffer auf dem Grabbeltisch

Unfassbar was hier grad abgegangen ist. Wir sind an der Grenze nach Dom Rep und mussten auf der haitianischen Seite unsere Koffer alle aus dem Bus nehmen, zur Kontrolle bringen und sie haben alles komplett durchsucht, wie beim Zoll am Flughafen. Uns selber nicht. Aber alle Taschen und Koffer wurden geöffnet und durchsucht.

Auf der Dom Rep Seite hieß es dann Passkontrolle und Visa abgeben. Als wir in der ewig langen Schlange standen und warteten sahen wir wie alle Koffer wieder aus dem Bus geräumt und Richtung Kontrollpunkt gebracht wurden. Also gingen wir unsere Koffer holen. Bei dieser Kontrolle wurden die Koffer zwar aufgemacht, jedoch direkt wieder geschlossen oder direkt weiter geschoben. Das System hier muss mal jemand verstehen.

Jetzt sind wir gespannt was uns heute noch abenteuerliches erwartet. Wir sollen in Santo Domingo vom Busbahnhof abgeholt werden. Mal schauen ob das klappt und wie wir dann transportiert werden. Vielleicht dieses mal auf einem Esel? Wer weiß..

Mittwoch 22.02. - Abreise von Pignon und kurzes Resúmee

Mittwoch morgen hieß es dann Koffer packen, restliche Spendensachen an den Pastor abgeben und Abschied nehmen von Pignon.

Wir sind zufrieden mit dem was wir geschafft haben, auch wenn trotzdem noch sehr viel zu machen ist. Wir hoffen den Kindern mit unserer Hilfe eine große Freude bereitet zu haben.

Gegen 10 Uhr ging es dann los im Van, der voll beladen war mit 10 Personen (Harry, Niko, Jeff, Bob, Imad, Cathy, dem Geburtstagskind Angel, dem Fahrer, dem Übersetzer und mir) und mit 16 Koffern und vielen Werkzeugen, die wir bei Phyllis geliehen hatten. Unser Ziel war wieder Saintard, das Waisenhaus von Phyllis. Am Nachmittag kamen wir dort an.

Nach einer erfrischenden Dusche ging es dann zu einem Restaurant am Meer. Wir waren alle sehr hungrig und freuten uns auf ein leckeres Essen. Dann fuhren wir zu einem Restaurant, die Aussicht war atemberaubend. Dann bestellten wir unser Essen und warteten geduldig. Nach einer Stunde ca kamen zwei Vorspeisen, aber das Essen kam und kam nicht. Nach zwei Stunden warten haben wir dann gezahlt und sind ohne was zu essen gefahren. Bei Phyllis muss aber nie jemand hungern. So bekamen wir dort sehr leckere Thunfisch Frikadellen und Macceroni mit Käse. Danach haben sie für Angel noch eine kleine Geburtstagsfeier organisiert.

Dienstag 21.02. - letzter Arbeitstag

Schon war er da, der letzte Arbeitstag. Eigentlich verging die Zeit echt schnell.

Niko und Harry hatten die Küche fertig gestellt und reparierten an diesem letzten Arbeitstag noch so einige Dinge. Zb war das Dach am Gebäude der Küche kaputt, außerdem die Duschen der Kinder. Dort haben sie alle Wasserleitungen und die Wasserhähne ersetzt. Danach ging es ans Ordnung schaffen.

Angel hat einen Schwimmer an den Wassertanks installiert damit man sehen kann wann sie gefüllt sind um den Generator wieder abzustellen. Außerdem hat er alle Elektroarbeiten abschließen können.

Imad hatte noch angefangen einen Schrank für die Kinder zu bauen als Prototyp. Aufgrund Materialmangels konnte dieser aber nicht fertig gebaut werden.

Cathy und ich bauten die letzten drei Betten zusammen sodass es bei den Mädchen am Ende 10 neue Betten, also 20 neue Schlafmöglichkeiten gab.

Am Ende wurde noch alles Werkzeug sortiert und Jeff traf die letzten Patenkinder.

Dann ging der Arbeitstag zu Ende und wir schlossen dieses Workcamp mit einer großen Geschenkübergabe und einem Lagerfeuer mit den Kindern ab. Angel lief als Clown rum und schminkte die Kinder, Jeff hatte sein Schottenoutfit an. Viele tolle und witzige Fotos sind dabei entstanden. Es bleiben schöne Erinnerungen in unseren Herzen.

Dienstag, Februar 21, 2017

Montag 20.02. - Zahnputzparty

Heute gab es wieder um 6:30 Uhr Frühstück wie gewohnt, naja etwas später, da wir dachten es wird für uns vorbereitet und wir mussten dann doch selber Frühstück machen, aber Harry ist da immer sehr hilfsbereit. Cathy und ich hatten das Chaos in der Küche satt und sorgten erst mal für eine Grundordnung. Es war schrecklich, aber wir beherrschaften das Chaos nach einer Weile.

Die Männer gingen direkt wieder an ihre Arbeit. Harry und Niko bereiteten die Küche für das Streichen und verfugen vor. Dann waren sie fleißig am Schaffen.

Angel verlegte eine elektrische Leitung vom Generator - dieser befindet sich bei den Toiletten der Kinder - zu dem Wasserturm, der sich weiter entfernt befindet. Da wir die letzten Tage den Generator immer wieder hin und her fahren mussten und dadurch abwechselnd Wasser oder Strom hatten, war diese Arbeit dringend notwendig. Außerdem baute Angel einen Schwimmer für den Wassertank damit man sehen kann wann der Wassertank voll gefüllt ist, damit man den Generator von Wasserauffüllen zurück auf Strom produzieren stellen kann.

Niko und Harry hatten die Küche am Ende komplett fertig und genossen den Feierabend beim Sonnenuntergang. Jeff war überall beschäftigt, wie immer. Bob war mit Dr. Rock und dem Pastor unterwegs und hat Kleidung und Material gekauft. Imad bereitete weiter Bauteile für die Betten vor, sodass am Ende ziemlich viel vorbereitet war um weiter Betten zusammen zu bauen.

Cathy und ich brachten die alten Matratzen weg, danach sortierten wir die dreckige Kleidung der Mädchen zum Waschen aus. Danach bauten wir weitere Betten zusammen, sodass wir am Ende des Tages sogar 4 Betten mehr hatten.

Nach dem Abendessen wollte Jeff eigentlich wieder ein Lagerfeuer machen, aber wir gaben lieber ein paar Hygiene Hinweise und andere Ratschläge weiter an die Kinder. So waren wir alle versammelt vor dem Haus der Kinder, sie saßen auf den Bänken und hörten zu, was wir ihnen sagen wollten. Bob, Jeff, Cathy und ich sprachen zu den Kindern über Hygiene, Müllentsorgung, Wäsche waschen, Zähne putzen, allgemeines Verhalten, Schulbildung, Fürsorge für die anderen Kinder usw.

Zwischendurch kam Cathy und mir die Idee direkt mit den Kindern noch Zähne zu putzen. So baten wir alle Kinder ihre Zahnbürste zu holen. Wir gaben allen die ihre nicht fanden eine Zahnbürste (außerdem auch allen anwesenden Erwachsenen). Und so putzen wir alle draußen gemeinsam unsere Zähne. Es war unglaublich wie viel Spaß wir beim Zähneputzen hatten! Auch der Nachtwächter, der Pastor und der Übersetzer machten mit. Was für ein tolles Bild für die Kinder, zu sehen, dass wir alle gemeinsam unsere Zähne putzen.

Am Ende forderte ich alle Kinder auf, gemeinsam mit uns morgen früh um 6:45 Uhr, bevor sie zur Schule müssen, ihre Zähne zu putzen. Ich bin sehr gespannt ob alle Kinder dabei sind und ob alle ihre Zahnbürsten wiederfinden. Denn sie haben keine Schränke, keine richtigen Waschgelegenheiten oder ähnliches. So fanden wir beim Aufräumen überall Zahnbürsten, in Betten, in Taschen, unter den Betten... Unfassbar was diese Kinder noch lernen müssen. Aber sie hatten bisher auch nicht wirklich eine andere Möglichkeit. Wieder eine Baustelle, die wir hier entdeckt hatten.

Ein unglaublich toller Tag geht nun zu Ende. Ich hatte so eine tolle Zeit mit den Kindern. Ich konnte fühlen wie sehr sie unsere Anwesenheit genießen und brauchen, wie sehr ihnen die Zuneigung und Aufmerksamkeit fehlt. Es müsste mehr Menschen geben, die sich die Zeit nehmen um sich um Kinder wie diese zu kümmern. Sie haben so viel Potential und wir versuchen Wege zu finden um dieses Potential auszubauen und zu fördern. Ich hoffe sehr, dass wir jemanden finden, der diese Arbeit hier unterstützen, voran bringen und mit seiner ganzen Lebenskraft füllen möchte. Wir beten jetzt schon ordentlich für dieses Waisenhaus und ich denke wir nehmen alle hier in unseren Herzen mit nach Hause, wenn wir Ende der Woche abreisen.

Sonntag 19.02. - Gottesdienst und halber Arbeitstag

Wir fuhren gegen 9 Uhr zum Gottesdienst, er startete um 9:30 Uhr. Die zweite amerikanische Gruppe kam am Samstag abend gegen 20:30 Uhr an. So waren sie rechtzeitig da um morgens mit uns zum Gottesdienst zu fahren. Es war ein besonderer Gottesdienst, der Abschluss der Konferenz der Gemeinden hier, die über vier Tage lief. So sang aus allen 10 oder 11 Gemeinden jeweils ein Chor einige Lieder. Wir stellten uns zwischendurch vor und sangen das Lied, was wir halbwegs vorbereitet hatten.

Wir hatten vorher abgesprochen, dass wir sobald wie möglich den Gottesdienst verlassen wollten, da aufgrund der Übersetzung es für uns sehr schwierig war etwas zu verstehen.

Es gab dann auch schon Mittagessen und danach führten Jeff und ich die amerikanische Gruppe (bestehend aus Bob - wir kennen ihn vom Uganda Workcamp; Cathy und Imad, einem Libanesen). Diese Gruppe kommt aus einer Gemeinde aus der Nähe von Detroit. Jeff erzählte die Geschichte des Waisenhauses und wir erkundeten das ganze Grundstück.

Währenddessen ruhten sich die anderen etwas aus und entschieden dann diesen Sonntag ausnahmsweise doch noch zu arbeiten. So ging die Fliesenarbeit richtig gut voran. Am Ende des Tages waren sie fertig und es musste nur noch verfugt werden.

Angel verlegte eine neue Elektroleitung unterirdisch vom Hauptgästehaus zum Nebengästehaus (dem Haus wo wir Frauen schlafen).

Cathy, Imad, Jeff und ich machten uns an die Holzarbeit. Es war viel zu tun. Am Ende des Tages standen dann aber die ersten drei Betten. Die älteren Kinder halfen uns richtig gut damit, sodass wir irgendwann in einem guten Rythmus ziemlich schnell voran kamen. Es war atemberaubend, was wir am Ende geschafft hatten. Ich hatte dann aber keine Ruhe um einfach Abend zu Essen. So nutzte ich die gekauften Werkzeuge um zwei der Betten zumindest halbwegs abzuschleifen, damit die Kinder sich keine Holzsplitter einreißen, wenn sie am Bett rauf und runter klettern oder drauf sitzen.

Nach dem Abendessen gingen Cathy und ich mit den Resten (es war eine riesen Menge dieses mal) zu den Kindern. Direkt stürmten ein paar der Mädchen auf uns zu und bedankten sich, so gut sie konnten und sagten uns, dass sie uns liebten. Sie waren so glücklich über die neuen Betten und die halbwegs neuen Matratzen (es gab leider nur gebrauchte im Angebot). Wir hatten noch ein paar frische Bettlaken, die brachten wir ihnen und bezogen sie gemeinsam. Es berührte uns sehr zu sehen wie sie hier leben und was ihnen ein neues Bett bedeutet.

Es gibt hier noch so viel Arbeit und so wenig Zeit. Vor allem wird jemand benötigt, der hier immer vor Ort ist, der die Verantwortung für die Kinder übernimmt, der ein großes Herz für die Kinder hat, sich um alles kümmert. Wir hoffen so jemanden irgendwann finden zu können, damit hier eine große Veränderung stattfinden kann.

Samstag 18.02. - viele Währungen - viele Kinder in einem Bett

Der Höhepunkt für Jeff am heutigen Tag war die Auszahlung des Lohns an einen Mitarbeiter, der fünf Tage hier gearbeitet hat. In einem der Dollar-Scheine die er bekam war ein Riss von ca 6mm. Und der Mitarbeiter wollte wegen dieses Risses den Schein nicht annehmen. Kaum 10 Minuten später kam unser Fahrer und gab ihm Restgeld von einem Kaufauftrag. Dabei gab er ihm einen Schein im Wert von 20 Goud (30 Cent) der nicht erkennbar war, der stank, fettig war und einfach kein Geld mehr sein konnte.

Eine anscheinend nie endenden Aufgabe für mich war das Sortieren der gespendeten Sachen. Wir entscheiden uns oft um und wollen sie für andere Dinge nutzen, deshalb muss ich sie irgendwie immer öfter neu sortieren und das raubt immer wieder Zeit.

Es ging dann aber schnell weiter mit den Betten. Wir bereiteten mithilfe der Arbeiter und der Kinder fast alle Bretter für die Betten vor.

Die Fliesenarbeiten gehen langsam dem Ende zu. Harry und Niko warteten geduldig auf weiteres Material um vorwärts zu kommen. Sie hatten in den letzten Tagen einen kleinen Helfer dazu gewonnen, der fleißig bei allem mit anpackte.

Auch auf der anderen Seite der Schlafräume, vor der Küche, wurden nun die Wege mit den Steinen angefangen. Inzwischen arbeiten die Einheimischen schon sehr eigenständig, ohne das einer von uns ständig dabei sein muss.

Angel hat in den schlafräumen der Mädchen an der Elektrik gearbeitet, damit in allen Räumen Licht ist für die Nacht. Zur Erinnerung, es wird gegen 18 Uhr dunkel draußen und den restlichen Abend verbringen die Kinder sonst im Dunkeln.

Um zu planen wo welches Bett aufgebaut werden konnte, musste ich erst einmal heraus finden wie viele Kinder in welchen Räumen schliefen. Das war sehr überraschend und ich holte mir den Übersetzer dazu, weil ich nicht glauben wollte, was sie mir erklärten. In fast alle Räumen schliefen die Mädchen zu zweit, jeweils in einem Bett. In einem Raum mit drei Betten schliefen 5 Mädchen und in einem anderen mit nur ZWEI Betten schliefen ACHT! 8! ACHT! Mädchen. Unglaublich! Ich weiß nicht wie sie zu viert jeweils in einem Bett schlafen konnten. Wirklich krass das zu hören. Endlich verstand ich warum das Bettenbauen so hoch auf der To-do-liste stand.

Als Niko, Harry und Angel ihre Arbeit für den Tag beendet hatten saßen Jeff und ich noch mit dem Übersetzer Dr. Rock zusammen und interviewten die Kinder. Es gab viele Fragen und wir machten Bilder von allen. Leider mussten wir feststellen, dass viele ein oder zwei Klassen wiederholen mussten und wir sind dabei rauszufinden woran das liegt.

Im Anschluss bezogen Jeff und ich noch die Betten für die zweite Gruppe, die an diesem Abend ankommen sollte. Ich putzte noch das Frauenhaus, um es angenehmer zu gestalten.

Freitag 17.02. - Durchhänger

Irgendwie hatten Jeff und ich heute einen totalen Durchhänger. Die paar Tage mit den Amerikanern hatten unsere Energie ganz schön erschöpft. Wenn man viel mental und körperlich arbeitet spürt man das irgendwann doch mehr als erwartet.

Den Vormittag verbrachte ich größtenteils mit den Kindern. Wir spielten zusammen, tanzten, sangen, sie machten mir die Haare.

Nur Niko, Harry und Angel machten fleißig weiter wie bisher. Die Küche bekam mehr und mehr einen tollen Anblick, die Fliesen bringen einen ganz neuen Glanz in den Raum.  Auch wenn wir nicht immer Strom hatten oder das Material fehlte, die drei haben schon ordentlich was geschafft. Leider geht nicht immer alles glatt und so kam es nachmittags zu einer kaputten Wasserleitung. Wir hatten nach dem Mittagessen plötzlich kein Wasser mehr im Haus. Als ich vor die Tür ging um nachzufragen, sah ich das Angel schon dran war und den Schaden zu beheben versuchte. Bald ging wieder alles und die Arbeiten konnten fortgesetzt werden.

Ich hatte mir vorgenommen alle Wäsche von uns zu waschen, inklusive einiger Bettlaken, damit wir wieder genug frische Wäsche für unsere neuen Gäste auf Lager haben. Da das Wasser aber gerade nicht floß ging ich mit dem ganzen Kram zum Brunnen, wo die Mädchen immer waschen. Kaum auf dem Weg dorthin kamen gleich alle an um mir zu helfen. Im Prinzip habe ich selbst gar keine Wäsche gewaschen, sondern ihnen einfach nur Gesellschaft geleistet. Aufgrund der Sprachbarriere doch etwas schwierig, aber mit einem Lächeln sind immer alle glücklich. Und wir sangen ab und zu gemeinsam Lieder, wenn wir welche fanden, die wir alle konnten. Es ist total toll, dass sie uns so viel unterstützen, dass sie bei allem mitarbeiten und sich so engagieren und vieles annehmen, was wir ihnen beibringen.

Die Stufen wurden durch die Einheimischen fertiggestellt und auch bei den Wegen ging es weiter wie bisher, die Kinder waren fleißig dabei und halfen wo sie konnten.                       

Sonntag, Februar 19, 2017

Donnerstag 16.02. - Abreise der Amerikaner

⁠⁠⁠Nach dem Frühstück stellten wir einen Tisch vor das Haus und verteilten die gepackten Taschen für alle Kinder darauf um sie ihnen zu überreichen. Alle Kinder standen ordentlich in Reihen und warteten gespannt auf ihre Geschenke. Sie freuten sich sehr und warfen viele neugierige Blicke in ihre Beutel. 
Leider war die Tür des Frauenhauses verschlossen und der Schlüssel lag drinnen, sodass die Frauen ihre Koffer nicht fertig packen und raus holen konnten. So verzögerte sich die Abreise der Gruppe um ca eine Stunde. Sie nutzten die Zeit um mit den Kindern zu spielen und um die Tür aufzubrechen. Ich wusch in der Zeit die Wäsche und die Männer arbeiteten weiter an ihren Baustellen (Fliesen, Elektrik). Irgendwann war es so weit, die Amerikaner verließen uns. Wir tauschten Mail-Adressen aus, führten noch kurze Abschiedsgespräche und machten ein Gruppenfoto. Dann fuhren sie im Schulbus davon. 
Dann habe ich die Wäscheberge der Kinder mit ihnen gewaschen; ihre gesamte Kleidung war einmal von Tina durchsortiert worden. Es war beeindruckend wie viel Aufwand so eine Aktion bedeutet. Sie haben quasi vier Waschgänge, schruppen jedes einzelne Teil per Hand mehrfach. Und müssen  ständig Wasser hin und her schleppen. 
Als ich vom Wäsche waschen zurück kam trafen wir uns mit den Patenkindern, zumindest mit den ersten 20. Es war viel Arbeit alle zu interviewen, ohne Übersetzer wäre das gar nicht möglich gewesen. Aber wir haben zum Gück einen neuen Übersetzer gehabt. Dr. Rock ist der Schwager von Pastor St. Dieu. Er ist sehr hilfsbereit, obwohl er nicht viel Zeit hat. Er unterstützt uns dennoch so oft es geht. 
Harry, Niko und Angel beendeten in der Zwischenzeit ihre Arbeiten für den Tag und wir trafen uns etwas später alle zum gemeinsamen Abendessen. In so kleiner Runde, nach so viel Arbeit und ohne die Amerikaner war es doch recht still und wir gingen alle früh schlafen.

Samstag, Februar 18, 2017

Mittwoch 15.02. - die Arbeit geht gut voran



Wenn der Tag morgens schon mit einem kaputten Generator, aus dem Flammen kommen, beginnt, fühlt sich der Start in den Tag direkt nicht so toll an. Harry und ich hatten uns gemeldet um das Frühstück vorzubereiten. Wir hatten dafür noch extra Eier bestellt, die leider morgens um 6 noch nicht eingetroffen waren. So mussten wir etwas improvisieren und unsere Pläne ändern. Aber alle wurden satt.
Nach dem Frühstück bat Dale uns Deutsche mit ihm einzeln Interviews über die Reise zu machen. Er produziert einen Film über dieses Workcamp und wollte von jedem etwas dazu hören. Da ich alles übersetzen musste und es etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, starteten wir gleich als erstes.
Ich packte mit den Frauen die Geschenke für die Kinder, da wir beschlossen hatten für jedes Kind einen Beutel mit Geschenken vorzubereiten.
Die Arbeit mit den Fliesen in der Küche ging weiter, auch das Verlegen der Stromleitungen ging voran. Die Bettenbauer kümmerten sich um den Generator und wir legten ein Abflussrohr unter unserem Gehweg, damit das Regenwasser den Weg nicht wegschwemmen kann. Dafür mixten wir ordentlich Beton in einer Schubkarre. Die Amerikaner fragten mich, eigentlich nur zum Spaß, ob ich helfen wollte und zu ihrer Überraschung tat ich das natürlich :) Die meiste Zeit über waren wir am lachen mit der ganzen Truppe. Schon allein die richtigen Worte zu finden um sich zu verständigen hat zu einigen Lachern geführt. Wir hatten immer eine fröhliche Stimmung beim Arbeiten.
Später fuhren wir mit dem Schulbus die Schule besuchen. Sie ist leider in einem schlechteren Zustand als ich erwartet hätte. Die meisten Klassenräume haben keine Türen, einer ist sogar ein Durchgangszimmer, aus dem Boden ragen oft Stahlstangen, oder es sind große Löcher im Boden, wo man schnell umknicken kann. An den Treppen sind keine Geländer und das Flachdach ist frei zugänglich, die Kinder könnten sich dort am Elektroschrott und den Stahlstangen verletzen oder vom Dach stürzen. Ich war geschockt.
Jeff baute mit den Haitianern einen neue Abflussleitung für die Küche, die das Wasser direkt in den Garten führt. So ist es jetzt um die Küche herum wesentlich sauberer.
Das Prototypen Bett konnte fertig gebaut werden und wurde direkt von einigen Kindern und den beiden Bettbauern getestet. Ein kleiner Erfolg an diesen langen Arbeitstagen. Vor allem, weil es für die Amerikaner der letzte Arbeitstag hier war.
Zwischendurch gab es mal wieder kein Wasser, weil wir nur einen Generator haben und der meistens für Strom benötigt wird. Aber ohne Generator kann die Pumpe kein Wasser in die Wassertanks pumpen. Die Verhältnisse hier sind schon etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man sich abends nach dem Arbeiten schmutzig fühlt und gerne duschen würde.
Abends spielten wir mit ein paar Leuten Karten und die Männer machten ein Lagerfeuer. Wir saßen dann dort zusammen mit den Kindern, spielten, sangen und genossen einfach den warmen Abend in gemütlicher Atmosphäre.

Freitag, Februar 17, 2017

Dienstag 14.02. - Badeparty!

Unfassbar wie viel an so einem Tag passieren kann.

In der Andacht am Montag abend ging es um den Rahmen in dem sich unser Bild von dieser Situation hier befindet. Wir hatten festgestellt, dass es nicht so einfach ist mit den Haitianern zusammen zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass wir sie nicht ändern können und nicht ändern sollen. Wir können nur den Rahmen ändern, den wir um das Bild haben. Wir sollten versuchen ihr Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ihre Kultur ist so anders als unsere und die Hintergründe warum sie was wie tun sind teilweise nicht so leicht nachzuvollziehen. Aber deshalb sind sie nicht schlechter, langsamer oder weniger intelligent als wir.

Diese Andacht gebrauchten wir dann am Dienstag um an unserer gemeinsamen Arbeitsweise zu arbeiten. Wir fingen an Beziehungen zu den Menschen aufzubauen. Wir lernten sie wertzuschätzen, ihre Namen, ihnen zu zeigen, dass wir uns freuen, dass sie uns helfen. Seitdem lief es so viel besser. Die Arbeiten gingen sehr gut voran.

Jeff hatte sich wieder früh morgens auf den Weg gemacht um Material zu kaufen. Da er nicht hier war, übernahm Dale stellvertretend das Kommando.

Wir hatten wieder das Team, das den Hof gestaltete. Es war am Ende schon gut zu erkennen, wie es final aussehen soll.
 
 

Da der Generator mal wieder nicht lief konnten die Holzarbeiten an den Betten erst später am Vormittag fortgesetzt werden. Auch die Fliesenarbeiten von Niko und Harry und die Elektroarbeiten von Angel und Ronny mussten etwas warten. Niko und Harry nutzten die Zeit und arbeiteten weiter an den Stufen, damit die Kinder gut in die Häuser rein und raus gehen können.



Aber als der Strom dann lief konnte vieles geschafft werden. Alle Holzteile für 5 Betten konnten geschnitten werden. Harry und Niko konnten mit dem Fliesen in der Küche anfangen. Und Angel konnte mit Ronny und einem Einheimischen Licht in der Küche installieren.


Außerdem wurden die Türen und Fenster weiter gestrichen und so langsam hatten fast alle Räume und Außenwände neue Farbe.

Nach dem Mittagessen brachte ich mit Adam die übrig gebliebenen Nudeln zu den Kindern. Beim letzten Mal als die Kinder unser Essen bekamen hatten sie keine Teller, deshalb brachten wir direkt Teller und Schüsseln mit. Wir baten einen älteren Jungen alle Kinder zusammen zu holen und sich im Speisesaal zu versammeln. Nach einigen Minuten schauten uns viele Kinderaugen erwartungsvoll an. Wir ließen sie sich in zwei Reihen aufstellen. Den Mädchen gaben wir zuerst etwas zu Essen. Am Ende saß jedes Kind am Tisch - was keine Selbstverständlichkeit ist, am Tag zu vor aßen alle auf ihren Zimmern - dann beteten wir gemeinsam und sie begannen zu essen. Jedes Kind bat noch um einen Nachschlag und wir verteilten gern alles was noch vorhanden war.

Die beiden Sozialarbeiterinnen Lyn und CJ befassten sich mit den Kindern. Sie lernten sie näher kennen und versuchten mehr zu erfahren. Aufgrund der Sprachbarriere war das nicht ganz so einfach, aber sie hatten am Ende einiges zu berichten.


Unter anderem hatten sie bemerkt, dass die Kinder alle sehr dreckig waren und jeden Tag die gleichen Klamotten tragen. Deshalb entschieden wir eine Badeparty zu veranstalten. Dazu bastelte ich vor dem Haus auf den Wäscheleinen eine Art Kabine. Die Jungs stellten zwei Wannen mit Wasser hinein und dann luden wir alle Kinder ein sich dort zu baden. Wir starteten mit den Mädchen, den kleinen zu erst und zeigten ihnen, wie man sich richtig wäscht. Nachdem sie gewaschen waren haben wir sie ins Haus gebracht, wo neue Kleidung bereit lag. Für sie war es quasi wie die erste Shoppingerfahrung. Sie konnten sich etwas neues zum Anziehen aussuchen und hatten so viel Spaß bei der ganzen Aktion, dass alle fröhlich gelaunt kicherten und die ganze Zeit ein lächeln im Gesicht hatten.